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Küchenplanung Tipps – Qualität und Preise

Esstischgruppe Rubberwood Natur

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Im Bereich der Küchenplanung gibt es jede Menge Entscheidungen zu treffen. Man muss sich für Materialien, Korpusse, Funktionen, Extras, Küchenmodelle, Firmen, Marken, Farben, etc. etc. entscheiden. Man geht zum Küchenplaner, oder plant selbst und hat eine gewisse Vorstellung im Kopf und dann stellt man sich immer wieder die Frage, ob es so gut ist, oder ob man es anders besser machen könnte, etc.

Eine sehr wichtige Frage dabei ist die Frage nach dem Aussehen, der Optik. Man versucht natürlich eine schöne Küche zu planen, aber diese schlägt sich auch sofort auf den Preis nieder. Je mehr Extras und je schöner diese ist, desto mehr kostet diese. Es stellt sich nun die Frage, ob eine günstige Küche zwingend schlechter ist als eine teure und ob die teuere Küche gleich besser ist als eine günstige.

Ich kann sehr klar diese Frage beantworten: Teuerer, bedeutet nicht qualitativ hochwertiger und nur weil es besser aussieht, ist die Qualität nicht umbedingt besser.

Die Preise bei Küchen und wie diese sich zusammenstellen

Wenn man zu einem gewöhnlichen Möbelhaus geht und sich einfach mal die Küchen, die dort ausgestellt sind anssieht (abgesehen von den ganzen verwirrenden Aktionen), merkt man einige Preissegmente aufgrund der Ausführung.

Als erstes gilt zu wissen, wie eine Küche gebaut ist, das ist schnell erklärt. Es gibt einen Korpus, das ist der Holzkasten, wenn man das so sagen kann, wo sich das Innenleben abspielt. Dieser kann für verschiedene Geräte, Schubladen, Fächer, etc. konzipiert sein. Dann gibt es die Front (also die Tür, oder die Schubladen, etc.) samt den passenden Beschlägen dazu (auch verschiedene Qualitäten und Mechanismen).

Danach gibt es die Arbeitsplatte und die ganzen Extras samt den Geräten.

Als erstes gilt es die Küche in Geräte und Holzteile zu trennen. Extras kann man zu den Geräten hinzuzählen. Dann sieht man schonmal, dass Geräte oft die Hälfte der Küche ausmachen, preislich gesehen. Jetzt muss man sich vorstellen, dass es Hersteller gibt, die Geräte bauen (Siemens, AEG, Zanussi, Juno, Beco, Progress, etc.) und andere, die die Korpusteile bauen (Bauknecht, Nolte, Alno, Nobilia, etc.). Man kann meistens Geräte samt Holzteile bei den Küchenherstellern bestellen und bekommt aufgrund von Paketpreisen, oft günstigere Küchen. Manchmal ist es günstiger getrennt einzukaufen.

Bei den Geräten liegen die preislichen Unterschiede klar in der Qualität und den Funktionen und der Optik, quasi der Verarbeitung. Man schaut eine Liste mit den Funktionen an und sieht sofort, warum manche Geräte mehr kosten als andere, da braucht man sich nicht viel auskennen.

Bei den Holzteilen ist das hingegen anders aufgebaut, auch logisch, aber nicht umbedingt für jeden klar.

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Die meisten Küchen, die man im Handel kaufen kann, haben einen Korpus und viele verschiedene Fronten. Der Preis richtet sich hauptsächlich nach den Fronten. Die Arbeitsplatte und die Nischenrückwände sind dann modular auf alle Variationen anwendbar, diese fallen nicht so sehr ins Gewicht und dienen nicht umbedingt dem Vergelich einzelner Küchenmodelle.

D.h. Wenn Sie eine Küche kaufen und deren Fronten (Türen, Schubladen, etc.) sind kunststoffbeschichtet, furniert, lackiert oder foliert, macht das jeweils den größten Teils des Preises der Holzteile aus. Da sind Unterschiede von bis zu 50% drin. Der Korpus dahinter ist immer gleich. Es kann jeder Korpus, jede beliebige Front aufgesetzt haben, somit sind nicht die Funktionen, die die Preisunterschiede zwischen den Modellen verursachen, sondern die Fronten. Das andere wie Ladeneinzüge und Tipponbeschläge, etc. sind Extras, die man dazu bestellen kann oder auch nicht.

Man sollte sich eben vorher die eigene Arbeitsweise überlegen, quasi die Arbeitsschritte beim Kochen für die Küchenplanung. Danach kann man schon mal “eigener Geschmack” von “notwendigen Bestandteilen” und Extras trennen. Nun aber einiges zu den Fronten.

Die Preise bei den Fronten und deren Qualität

Da Fronten das “Küchenmodell” ausmachen und auch deren Namen bestimmen, muss wohl hier der Hund begraben sein. Man kann die Preisstaffelung so auslegen:

  • am günstigsten sind die kunststoffbeschichteten Fronten
  • dann die folierten matten Fronten
  • die folierten glänzenden und hochglänzenden Folienfronten oder die Glasimitate als Front haben
  • danach die lackierten Fronten
  • anschließend die Vollholzfronten(meistens Landhausstil) in den diversen Ausführungen

Das Problem des Preises liegt immer in den Arbeitsschritten, wie diese hergestellt werden.

Glatte einfach beschichtete Fronten

gehen meistens in einem Arbeitsvorgang durch eine Maschine, werden geschnitten, bekantet und fertig. Die Platten bekommen die Küchenhersteller meistens fertig beschichtet und diese schneiden diese nur zu und kleben Kanten auf, maschinell. So sind diese natürlich am günstigsten. Die Qualität ist auch in Ordnung, nur an der Optik scheitert es, dass viele diese Küchen nicht mögen. Man sieht zwischen Kanten und Oberflächen eben den Leim, vorallem bei hellen Fronten ist dieser dort grau und das mag man eben nicht.

Die folierten Küchen,
Vergoldetes Teelichthalter für den Winter

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sind alle billigen Glanzküchen, die nicht lackiert sind. Diese sind zur Zeit stark im Trend. Man erkennt eine folierte Küche daran, dass die Kante innen drin scharf ist. Bei einer lackierten ist diese rund, logischerweise. Also einfach mal eine Schublade aufmachen und die Kante abgreifen, schon erkennt man es. Die Herstellung funktioniert so: die rohen Platten werden zugeschnitten, gefrest und mit einem heißen Kleber besprüht, ähnlich einer Autolackiererei. Dieser Kleber kühlt  nach dem Vorgang ab, während die Platten ihren Lauf nehmen auf den Laufbändern. Danach werden diese wieder erhitzt und unter Vakuum foliert. So ergibt es sich, dass die Platten extrem glatt sind und schöne runde Kanten haben. An den Innenkanten werden diese dann einfach abgeschnitten und somit, hat man diese scharfen Kanten, an denen man es erkennt. (diese Vorgänge sind schon viele mehr, als nur fertig beschichtete glatte Platten).

Das Problem ist, dass dieser Kleber mit dem die Folie auf die Platten geklebt werden, bei etwa 60 oder 80 Grad weich wird, damit die Folie aufgebracht werden kann. D.h. der Kleber wird weich, wenn die Platte einer Temperatur von etwa 60 oder 80 Grad (je nach Verfahren) ausgesetzt wird. Diese Folie ist so dünn, wie eine Klarsichtfolie (aus den Mappen). Also hauchdünn und der Kleber ist nicht sehr temperaturbeständig, so dass sich die Folie lösen kann. Wenn man nun einen Geschirrspüler einbaut, oder einen Einbaubackofen  und direkt daneben ist eine Front (was je meistens ist, eben das Nachbarkastl), wird die Folie bei jedem mal aufmachen viel höheren Temperaturen ausgesetzt, als 80 Grad(100+). Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis sich diese Folie von selbst löst, außerdem ist diese durch ihre nicht vorhandene Dicke sehr anfällig auf scharfe Stöße.

Die Folienküche ist von der Haltbarkeit nicht mit der kunststoffbeschichteten Küche zu vergleichen. Alleine die Idee eine Folie, die so dünn ist, auf einer Küche zu bringen, ist irgendwie lachhaft. Trotzdem ist das die derzeit meistgekaufte Küchenform, weil die Küchenplaner es nicht besser wissen, oder sie es den Kunden vorenthalten und die Küche ist auch teurer (mehr Umsatz) als eine kunststoffbeschichtete Küche.

Die lackierten Küchen

Lackierte Küchen sollte man sich zulegen, wenn man umbedingt Hochglanz will. Diese sind teurer, aber auch vernünftig gebaut. Die Produktion ist so, wie man es sich vorstellt. Küchentür produzieren und diese so glatt, staub- und blasenfrei lackieren, wie möglich. Mehrere Lackiervorgänge erhöhen das Endergebnis und verursachen auch mehr Kosten. Man erkennt die lackierten Küchen, an den weichen Kanten innen, zwischen lackierter Front und Innenseite.

Es kostet mehr, weil auch Stehzeit zwischen den Vorgängen vorhanden sind und eben mehr Aufwand dahinter steckt.

Vollholzfronten bei Küchen

Diese sind die einzige Möglichkeit, Fronten herzustellen, die wirkliche Holzoptik haben. Vorallem beim Landhausstil, wo die Tür aus Rahmen und Türfläche, etc. besteht, wird es gewünscht, dass diese aus Vollholz erzeugt werden. Vollholz hat eine schönere Optik keine Frage, aber je nach Holzart ist die Verarbeitung schwieriger und die Selektion nach passenden Holzteilen teurer, als wenn man einfach Spahnplatten verwendet. Schwer wird es eben, dass man aus einem Holz alle Teile anfertigen muss und somit viele Arbeitsschritte notwendig sind und keine richtige Massenproduktion dahinter steckt. Demnach ist das oft außerhalb der Serie und kostet nochmal extra, das alles summiert sich und es kommt ein stolzer Preis zusammen.

Teelichter in Magmastein

Teelichter in Magmastein

Der Vorteil liegt darin, dass diese Stöße, Schrammen etc. einfach “einstecken”. Es splittert ja keine Oberfläche ab, weil alles “Vollholz” ist. Man kann es relativ einfach sanieren, dafür geht das nicht mit jedem Holz.

Fazit:

Ich bin nun sehr viel auf die Fronten eingegangen und deren Herstellung, sowie deren Qualitätsunterschiede. Bei Küchen macht den gröten Teil des Preises, wie gesagt die Herstellung der Fronten aus. Die Hälfte liegt in den Geräten und den kleinen Extras, aber bei den Holzteilen liegt ein großer Teil nur in dieser Optik, die oft gewünscht wird. Meiner Ansicht nach sollte man nicht umbedingt zu Folienküchen greifen, sondern eher zu kunststoffbeschichteten Küchen, wenn man nicht das nötige Geld parat hat, für lackierte, oder verglaste / Vollholz-Küchen. Man sollte auch den Küchenplaner umbedingt auf diese Problematik ansprechen, wenn er einem trotzdem eine solche folierte Küche verkaufen will. Ich hatte einen Kollegen, der seinen Kunden klar sagte, dass die Küchen zwar ausgestellt sind, aber eigentlich nicht empfehlenswert seien. Der Preis und die Optik spricht für die folierten Küchen, die obengenannten Mängel aber nicht.

Die Kunststoffbeschichteten Küchen und lackierten, etc. kann man aber bedenkenlos weiterempfehlen und da spricht auch der Preis für sich.

Über Funktionen, Kastelformen und Beschläge folgt ein anderer Artikel.

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